Klangturm Saison 09
musik bewegt!
Egal ob es sich um das Zupfen einer Saite, die eigenen Schritte oder raschelnde Blätter im Wind handelt: Bewegungen erzeugen immer Klänge. Jedem akustischen Ereignis geht ein bestimmte Aktivität voraus, die mit dem klingenden Ergebnis ganz eng verbunden und von diesem nicht zu trennen ist. In Klängen und Geräuschen spiegeln sich die Art und die Beschaffenheit der Bewegung und der beteiligten Objekte: Ob wir das Klavier hart oder weich anschlagen, wütend oder ganz vorsichtig auf den Tisch klopfen, hastig laufen oder entspannt spazieren, die resultierenden Klänge und Geräusche ermöglichen einen Rückschluss auf die verursachenden Bewegungen.
Umgekehrt animiert Musik zum Tanzen, löst Emotionen (innere Bewegung) aus, veranlasst zum Mitklopfen, zwingt förmlich zum Marschieren im Gleichschritt…
Musik vermag die inneren und äußeren Bewegungen dadurch quasi gleichzuschalten. Sie verbindet, kollektiviert und mitunter manipuliert sie auch. In vielen Situationen, egal ob in der Religion, beim Militär, in der Werbung, im Film, bei öffentlichen Ereignissen etc. werden diese Wirkungen von Musik eingesetzt.
Musik bringt uns in Einklang mit dem eigenen Körper, wie das z.B. neuere Forschungen zur medizinischen Wirkung von Musik zeigen.
Es gilt:
Kein Klang ohne Bewegung, keine Bewegung ohne Klang.
Nur in einem statischen, völlig regungslosen Umfeld herrscht Totenstille.
Also:
Klang ist Leben!
In der Saison 2009 werden im Klangturm St. Pölten die vielfältigen Wechselwirkungen von Klang, Musik und Bewegung mit spielerischen, interaktiven Installationen thematisiert.
Eine Ebene der Ausstellung widmet sich dem im (heutigen) Niederösterreich geborenen Komponisten Joseph Haydn anlässlich seines 200. Todestages. Die Installation „tanzt haydn“ schlägt eine Brücke zwischen der traditionellen klassischen Musik und aktueller, medial produzierter und vermittelter Musik. Außerdem zeigt auch sie, die Verbindung von Musik, Bewegung und Emotion. 200 Jahre nach dem Tod dieses großen Komponisten geht es also um keine retrospektive Aufarbeitung von Leben und Werk. Vielmehr sollen die BesucherInnen interaktiv in die Musik eintauchen, diese für sich individuell neu gestalten und auf diese Weise das reichhaltige Schaffen lebendig erhalten.



